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Italiatec

MultiJet06

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Mittwoch, 1. Juni 2011, 11:40

Schleuderpartie ohne ESP

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Hallo liebes Forum,

gestern hat sich das Fehlen des trotz Bj 06 nicht vorhandenen ESPs, bemerkbar gemacht...
Es fing gerade nach langer Zeit wieder an zu regnen und es bildete sich eine rutschige Schmierschicht auf der Straße. Zu dem habe ich auch nur noch ein paar mm Profil über der Verschleißgrenze auf meinen Bridgestonereifen, was sich schon öfters bei Regen durch wenig Grip bemerkbar machte.
Da ich diese beiden Tatsachen im Hinterkopf hatte, fuhr ich schon ein Ecke langsamer als gewohnt durch die lange Autobahnausfahrtskurve (ich schätze es wären ca. 60 statt gewohnten 80km/h).
Trotzdem brachen schon ziemlich weit am Kurvenanfang die Vorderräder nach außen hin aus, wo ich direkt mit Gegenlenken gegenwirkte und so nach erst ca 7-8 maligem Hin- und Herschleudern am Kurvenende das Schleudern erfolgreich abfangen konnte.
Was mich bei der Sache verwirrte war, dass ich das Gefühl hatte je mehr ich bremse, desto stärker rutsche ich seitlich. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass mir das ABS in so einer Situation helfen würde, es kam allerdings gar nicht erst zum Einsatz, da die Räder nur seitlich rutschten und noch nicht blockierten.
Meine Frage an euch ist jetzt wie verhalte ich mich falls ich nochmals in eine solche Situation komme?
- Auskuppeln und Gegensteuern ist klar
- Vollbremsung? Leicht bremsen? Oder gar nicht bremsen?

Dass ich mir dem nächst neue Reifen kaufen muss weiß ich und werde ich auch machen und will das von daher auch gar nicht hören.^^

Schon mal danke für Antworten!
Vielleicht hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?

Mein Stilo: MultiJet, 5-türer, 2006, Diesel, 1,9l, 120PS, 50tausend runter, metallic grau


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Fleischer18

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Mittwoch, 1. Juni 2011, 19:52

das abs schützt dich nur vor dem blockieren der räder. wenn dieses überhaupt nicht mehr eingreift, sprich defekt ist, müsste theoretisch eine gelbe leuchte im tacho angehen.
das du durch stärkeres bremsen immer weiter seitlich gerutscht bist liegt an den übertragbaren kräften zwischen reifen und fahrbahn. du musst dir das so vorstellen:
dein rad kann max. eine gewisse kraft übertragen, die sich aus seitenführungskraft und bremskraft zusammen setzt. daraus folgt also, dass wenn du mehr bremst weniger seitenführungskräfte übertragen werden können.
ich hoffe du verstehst was ich mein^^

Mein Stilo: 1.6 16v Bj 2003, schwarzer Himmel ;) verkauft, jetzt Skoda Octavia II RS


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redfox

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Mittwoch, 1. Juni 2011, 22:13

Eine Kurve ensteht nur deswegen, weil die Vorderräder eingelengt dort hin rollen und das Auto mitnehmen. Bremst man, werden die bereits genannten Seitenführungskräfte teilweise außer Kraft gesetzt und somit fährt das Auto tendenziell wieder geradeaus ;-)

MfG
Frank

Mein Stilo: Farbe: "Blu Jet Vr.", Bremssättel rot lackiert, Armaturenbeleuchtung komplett in blau, RGB-Fußraumbeleuchtung


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Vaako

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Mittwoch, 1. Juni 2011, 22:59

In einer Kurve zu Bremsen ist nicht so optimal... lieber vom Gas gehen und ausrollen... Man kann auch langsamer fahren, aber halt nicht bremsen! Sobald du bremst, zieht es dich zum Kurveninneren hin. Das ist unter anderem der Grund warum viele in einer z.b. Rechtskurve an die linke Leitplanke geschleudert werden... Sie kriegen Panik beim rutschen, treten auf die Bremse, es zieht sie nach innen und sie schlagen innen (rechts) ein und werden dann nach außen geschleudert.

Zitat Dr. Walter Bube:
Wird bei Kurvenfahrt gebremst oder beschleunigt, geschieht das auf Kosten der übertragbaren Seitenkraft (Fs ), das Auto kann dabei unfreiwillig die Straße verlassen. Ein Reifen, der alle seine Haltekräfte für die Seitenführung in der Kurve einsetzen muss, hat keine Reserven mehr für eine positive oder negative Beschleunigung übrig. Wer also eine Kurve mit maximal möglicher Geschwindigkeit fährt, sollte weder bremsen noch Gas geben.
Link
Ich würde dich ja gerne zu einem geistigen Duell herausfordern, doch wie ich sehe bist du unbewaffnet!

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Vaako« (1. Juni 2011, 23:01)

Mein Stilo: Stilo 1.4 16V


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OliGT

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5

Mittwoch, 1. Juni 2011, 23:35

Zitat

Original von Vaako
In einer Kurve zu Bremsen ist nicht so optimal... lieber vom Gas gehen und ausrollen...


Ohweh, FATALER Ratschlag!! :!:
Bist noch nie wirklich auf ner Rennstrecke am Limit gefahren was?? ;-)

Es fängt schon mit der "Formulierung" an!!!!!

Ein Fahrzeug "gerät" nicht ins schleudern, wie es gern genannt wird!! Ein Fahrzeg wird durch einen Fahrfehler ins Schleudern gebracht!!! Und die Fahrfehler entsehen dann, wenn ein Fahrzeug nichtmehr "Spurteu" fährt und man gegenwirken will!! :!:

Es gibt 2 bekannte Arten der Spuruntreue:
1)Übersteuern.
Das ensteht tendenziell bei Heckgetriebenen Fahrzeugen, wenn durch Gasgeben bei Kurvenfahrt die Seitenführungskraft an der Hinterachse verringert wird. Dann dreht das Heck zum Kurvenäusseren weg!!

2)Untersteuern
Dies tritt tendenziell bei Fronttrieblern auf, wenn bei Kurvenfahrt durch Beschleunigen die Seitenführungskraft der Vorderräder verringert wird. Dann schiebt das Fahrzeug über die Vorderräder -trotz Lenkeinschlag - zum Kurvenäuseren hin.


Und jetzt kommt der Gag:
Beim Hecktriebler kann das Übersteuern in Kurven auch durch "Gaswehnehmen" provoziert werden!!! denn dann müssen die Räder "Bremskräfte" (durch den Motor) aufbringen und die Seitenführungskräfte schwinden!!

Beim Fronttriebler passiert dann aber oft ein "Lastwechsel"!! Das bedeutet beim aprupten Gaswegnehmen in Kurven, eventuell weil man merkt er schiebt geradeaus, geht das Untersteuern in Übersteueren über!! :!: :!:
Das passiert deshalb, weil die Vorderräder, durch Gaswegnehmen auf einmal "Bremskräfte" übertragen. Dadurch wird das Heck "lose"!! Soll heissen es wird entlastet und dadurch schwinden dann an den Hinterrädern auch die Seitenführungskräfte!!

Faustregel bei beiden Fällen:
NIE BRMSEN :!:

IMMER schlagartig die Kupplung treten und zwar VOR dem Gaswegnehmen!! Die Räder müssen frei rollen können um Kurvenkräfte aufbauen zu können.

Beim Fronttriebler dann erst die Lenkung "öffnen"!! Also erst weniger einlenken und dann wieder mehr in die Richtung lenken, wo man hin will!! Panisches immer stärkeres Einlenken bringt nix, im Gegenteil. Dann schiebt er immer mehr gerade aus!!

Beim Hecktriebler muss man eigentlich garnix machen, nach dem Auskuppeln kommt das Heck meisst ruckartig wieder zurück. Wenn es doch zu rutschig ist, dann mäßig gegenlenken!! Niemals auskuppeln und voll Gegenlenken. Dann besteht die Gefahr, dass das Heck so schnell zurückkopmmt, dass es dann in die andere Richtung wegdreht!!
Und das sind dann die Leute, die in Kurven nach "innen" abfliegen!! ;-)


Mfg Oli
:!: Die Deutschen sind das einzigste Volk der Welt welches es, durch seine Fahrkunst, schaffen könnte auf einer zehnspurigen Autobahn mit elf Autos einen Stau zu verursachen. :!:

Mein Stilo: Sprintblauer 2005er GT; MS-Felgen 7X17 mit 215/45 ZR17;Spuverbreiterung vorne 20mm, hinten 30mm; Vogtland 35/35 Federn;Umbau auf König SK5000 Sitze; CHD-Kühlergrill; Ragazzon ESD im "TDI-Style";Lumar Alu Chrom Scheibenfolie; Dayline-Scheinwerfer


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MultiJet06

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6

Freitag, 3. Juni 2011, 13:57

Erstmal danke für eure gut erklärten und physikalisch logisch begründeten Antworten!
Ich denke als abschließendes Fazit sollte man die folgende Faustregel mitnehmen:

Kommt man durch Über- oder Untersteuern auf Grund des Verlassens der gewünschten Spur mangels ausreichender Haftung am Asphalt, mit seinem Fahrzeug ins Schleudern, so sollte man sofort auskuppeln (und weder bremsen noch beschleunigen) um die Übertragungskräfte, die ja ohne hin schon voll ausgeschöpft sind, da man zu rutschen begann, zu minimieren. Desweiteren sollte man durch nicht ruckartiges, gefühlvolles Gegenlenken versuchen, den Waagen in seiner Spur zu halten und das Schleudern abzufangen.

Wenn was falsch ist korrigiert mich!

Danke

Mein Stilo: MultiJet, 5-türer, 2006, Diesel, 1,9l, 120PS, 50tausend runter, metallic grau


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7

Freitag, 3. Juni 2011, 14:07

So ist es.

Es gibt noch ein Geheimrezept, dass mir mein Vater mit auf den Weg gegeben hat. Wenn du in einer Kurve anfängst zu rutschen, warst du zu schnell. ;-)

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